Interview: Steuerberaterin

Ein Interview mit einer Steuerberaterin

Wie bist du bei der Dr. Schlüter GmbH gestartet und was für Aufgaben hattest du?
Bei der Dr. Schlüter GmbH bin ich im September 2020 direkt im Anschluss an mein Bachelor-Studium an der FH Münster (Fachrichtung BWL und Steuern) gestartet. 
Zum Einstieg war ich (sogar eher untypischerweise) überwiegend im Bereich der Wirtschaftsprüfung tätig und habe da meine ersten Erfahrungen gesammelt. Ein knappes halbes Jahr später hatte ich mit der Erstellung von Jahresabschlüssen begonnen und erste eigene Buchführungen übernommen.

In laufende Tätigkeiten, bspw. die Prüfung von Steuerbescheiden oder die Recherche ausgewählter steuerlicher Fragestellungen, wurde ich von Beginn an einbezogen. 

Welche Aufgaben machen dir am meisten Spaß?
Am meisten Spaß habe ich an der Erstellung von Jahresabschlüssen. Darüber hinaus beschäftige ich mich gerne mit ausgewählten Fragestellungen, die nicht unbedingt im Berufsalltag immer anzutreffen sind. Im Grunde also „Spezialfälle“, bei denen die Lösung eines bestimmten steuerlichen Sachverhaltes gefragt ist. Dies erfordert natürlich auch Literaturarbeit, mit der ich mich aber gerne auseinandersetze. 

Seit wann bist Du Steuerberaterin und wie war Dein Weg zur Steuerberaterin?
Steuerberaterin bin ich inoffiziell seit Bestehen der mündlichen Prüfung am 18.02.2025. Offiziell bin ich Steuerberaterin seit meiner Bestellung im April 2025.

Seit Beginn bei der Dr. Schlüter GmbH wusste ich eigentlich, dass ich gerne Steuerberaterin werden würde. Zwecks Erfüllens der Zulassungsvoraussetzungen für die Steuerberaterprüfung musste ich nach meinem Bachelor noch 3 Jahre Berufserfahrung sammeln. Im Oktober 2023 zum frühestmöglichen Zeitpunkt bin ich dann erstmals zur Prüfung angetreten, allerdings in Runde eins gescheitert.

Im Oktober 2024 bin ich dann ein zweites Mal angetreten und dann hat es auch glücklicherweise geklappt.  

War für Dich von Anfang an klar, welchen Karriereweg Du einschlagen möchtest?
Eigentlich nicht, ne. Nach dem Abitur wollte ich ursprünglich ein duales Studium BWL und Sport antreten, welches mir jedoch kurzfristig noch abgesagt wurde. Daher habe ich zunächst rein BWL in Vollzeit studiert. In den ersten beiden Semestern an der FH Münster hatten wir dann verpflichtend Steuern als Modul zu belegen. Das war mehr oder weniger mein erster Kontakt überhaupt zum Steuerrecht.

Da mir das aber unerwarteterweise dann wirklich gut gefiel, habe ich dann in den kommenden Semestern die Spezialisierung Steuern belegt, welche sich insbesondere mit den Bereichen internes/externes Rechnungswesen, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsprüfung und natürlich Steuerrecht befasst hat. Hier habe ich auch bereits das erste Mal mit Datev gearbeitet, was für meinen weiteren Karriereweg sehr hilfreich war. Nach Abschluss des Studiums war dann klar für mich, dass ich Steuerberaterin werden wollte.

Im Grunde hatte ich allerdings einen Karriereweg im Sportbereich angestrebt und bin im Steuerrecht angekommen. 

Was würdest Du deinem „Vergangenheits-Ich“/ Steuerberater-Anwärtern in der Vorbereitungszeit auf die Prüfung raten?
Steuerberater-Anwärtern würde ich zunächst erstmal raten, sich nicht verrückt zu machen. Das ist eine super schwierige Prüfung, bei der man auch mit der besten Vorbereitung noch durchfallen kann. Man benötigt eben auch das Quäntchen Glück. Und es ist kein Weltuntergang, sollte man nicht auf Anhieb bestehen oder aber vielleicht auch gar kein weiteres Mal antreten wollen. 
Darüber hinaus fand ich es immer wichtig und sinnvoll, möglichst viele Klausuren zu schreiben. Je zeitlich näher die Prüfung rückte, desto mehr sollte man das Schreiben von Klausuren priorisieren und insbesondere darauf achten, diese auch unter Echt-Bedingungen (Zeitrahmen von 6 Stunden) zu schreiben. Ich persönlich fand es hilfreicher, sie nicht zuhause zu schreiben, sondern einen Präsenzkurs zu belegen, da zuhause die Gefahr zu groß ist, sich selbst zu betrügen. Die Klausuren sollte man ebenfalls korrigiert zurückerhalten, damit man einen Überblick über seinen Lernstand hat.

Je nachdem, für welche Art an Vorbereitungskurs (Vollzeit, berufsbegleitend, Fernlehrgang oder Präsenz), zu welchen Wochentagen oder auch Tageszeiten (Samstags, Abends etc.), man sich nun entscheidet, kann oder sollte man sich überlegen, ob man nicht seine eigene Stundenzahl auf der Arbeit „herunterschraubt“ und vielleicht von einer 5-Tage-Woche für die Dauer der Vorbereitung auf eine 4-Tage-Woche umsteigt. Ich persönlich fand das sehr hilfreich, da ich so die Klausuren, die ich von zuhause geschrieben hatte, immer freitags verfassen konnte. Der Vorteil war, dass meine Freunde / Familie freitags auch arbeiten waren -ich gedanklich somit nichts verpasst habe-, samstags den Lehrgang besucht habe und sonntags dann einen Tag frei hatte für Dinge, die mir wichtig waren und an denen ich Spaß hatte. So hatte man zumindest einen Tag die Woche, an dem man sich erholen konnte und auch mal auf andere Gedanken kam.

Ich persönlich war nach solchen Erholungspausen (Sport/Familie/Freunde) immer viel motivierter weiter zu lernen und mir die nächste Pause „zu verdienen“, als gar keinen anderen Ausgleich zu haben. 

Die Vorbereitungsphase ist so lang, ohne anderen Ausgleich funktioniert das nicht.
Wenn ihr das Glück haben solltet, dass ihr vielleicht noch jemanden kennt, der ebenfalls die Prüfung belegt, dann schließt euch zusammen um euch auszutauschen. Ansonsten würde ich raten, sich anderen „Gleichgesinnten“ anzuschließen, zusammen macht das Ganze doch mehr Spaß.   

 

 

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Dr. Schlüter Steuerberatungsgesellschaft mbH
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